Im Winter 2013 / 2014 geht es mit der Ausrüstung der Traumtänzer weiter.

Oktober bis Dezember 2013
 
Der liegende Mast wird mit den selbst gefertigten Maststufen versehen.
Dann ist am Boot erstmal Pause.
Zuhause werden die Pläne für den Geräteträger nochmal und endgültig überarbeitet.
Erste Teile werden vorbereitet und ein paar Rohre von Hand gebogen, die nicht über die Maschine passen.
Der Hauptträger wird von einem Freund gebaut und geschweißt. Die Anbauteile werden zugekauft oder selber angefertigt.
Das heißt sägen, bohren, schweißen und polieren.
Desweitern Planung der noch anstehenden Arbeiten und Materialbestellung..

Selbst gefertigter Antennenhalter

Handgebogener innen Rahmen schon mit dem Hauptträger verschweißt

Januar bis März 2014
 
In der Seereling werden Seitenpforten eingebaut.
Die Icom 718 und das Pactormodem finden nach längerer Suche ihren Platz und bekommen ebenso wie die Hauptbilgepumpe
einzeln abgesicherte Zuleitungen direkt von der Batterie.
Leider muss dafür das schon fertig eingebaute Radio auch nochmal wandern (wer keine Arbeit hat, macht sich halt welche!).
Der Wechselrichter bekommt eine neue Zuleitung und die WIFI-Komponenten werden verbaut.
Und diverser Kleinkram wird abgearbeitet. Das sieht dann schnell mal so aus (Wer Ordnung hält..).

April und Mai 2014

Am Boot nicht wirklich viel vorangekommen.

Es wurde der Kühlwasserwächter eingebaut und die in der Hauptbilge verbaute Bilgepumpe wurde ausgebaut, um sie durch eine stärkere zu ersetzen. Die ausgebaute Pumpe wird dann als fliegende Notpumpe vorbereitet. Diverser Kleinkram (hält immer am längsten auf und man sieht nix davon) wurde abgearbeitet.

Es wurde eine Segelnähmaschine angeschafft und die Planung für das Bimini mit Anschluss an die Sprayhood in groben Zügen erstellt und das Material bestellt.

Wir tauschen unser Schlauchboot aus PVC gegen ein gebrauchtes Caribe aus Hypalon (UV beständig) aus.

Desweiteren wurde viel Organisatorisches angeschoben, wie Auslandskrankenversicherung, Versicherungen Boot angefragt, Kindergartenplatz für Max abgeklärt, Listen erstellt, welche Verträge (und damit Kosten) wann zu kündigen sind bzw. ruhen können, welche Kosten laufen weiter und vieles mehr. Bei Alex ist das durch die Selbstständigkeit alles noch etwas komplizierter.

Ende Mai kommt er: Der lange ersehnte Geräteträger im Rohbau!!!

In der heimischen Garage werden noch Halterungen für die Antennen und Solar angepasst und verschweißt bzw. testweise angebaut. Am 04.06.2014 wird dann letztes fein Tuning am Boot gemacht. Im unteren Bereich werden die Rohre des Trägers noch etwas nach gebogen damit die Grundplatten zur Verschraubung mit dem Rumpf richtig sitzen und die Löcher für die Rohre werden schon gefräst.(Auch hier mal wieder vielen Dank an meinen Freund Thorsten, der mir an dem Tag mit Rat und Tat zur Seite steht)

Der Träger im Kran bei der Anpassung

Dann geht der Träger wieder zur Garage, wo die Grundplatten und der Halter für den Windgenerator verweißt werden. Die Löcher für die Kabel werden alle gebohrt und Halterungen für den 12V Verteilerkasten eingeschweißt. Alles noch mal entgraten, glätten und aufhübschen zum Elektrolyt polieren.

Juli 2014

Drei Wochen herrlicher Sommerurlaub auf dem Ijsselmeer, Texel und Vlieland!

August 2014

Am 2. Aug. wird der Geräteträger endgültig auf das Boot aufgesetzt und die letzten kleinen Differenzen zwischen den Grundplatten und Rumpf mit Harz ausgeglichen.
Nachdem das Harz ausgehärtet ist, werden die Gegenplatten im Rumpf ebenfalls mit Harz eingesetzt. Nach dem aushärten werden dann werden alle Schrauben endgültig festgezogen.
Gleichzeitig hat der neue Anker seinen Platz gefunden. In der Garage wird die Ankerklappe ausgeschnitten und teilweise neu laminiert damit der neue Anker dann auch passt. In dem Atemzug wird dann auch gleich das Motorpanel nachlaminiert, das der Vorbesitzer irgendwie ungeschickt verbohrt hatte.
IMG_20141016_200338 Klein
Am 16. Aug. ist der Träger kompl. montiert und zu 50% fertig verkabelt.
Gleichzeitig nimmt das Bimini erste Formen in der heimischen Garage an. Auf dem Bildern sind die 6m Rohre noch gerade!
Und schwupp-flups sind die Rohre krumm. Noch schnell recht und links ein Rohr angeschweißt, weil das 6m Rohr für den
Hauptbügel leider trotzdem noch 60cm zu kurz war. Die Schweißnähte verputzt und poliert und schon ist das Bimini-Gestänge fertig.
(und schon = 15 Std. Arbeit)
Am 06.09.2014 ist am Geräteträger dann auch endlich alles fertig und getestet. Leider erschien mir der Träger in der Querachse etwas zu labberig, sodass er noch zwei vorher nicht geplante Abstützungen auf den Heckkorb erhielt.
Die Sprayhood bekam gleichzeitig noch zwei zusätzliche Abstützungen und zwei Handläufe montiert, an denen man sich auf dem Weg nach vorne festhalten kann. Damit sind die Metallbauarbeiten bis auf weiteres abgeschlossen.
Als nächstes größeres Projekt wird jetzt der Einbau der restlichen Bauteile der Amateurfunkanlage und die Verlegung der Erdungsfolie als kapazitive Erde im Rumpf erfolgen.
09.11.2014 Die Amateurfunkanlage ist incl. einer Kisserde kompl. fertig und wurde mit der Notantenne getestet. Die neue Hauptbilgepumpe wurde eingebaut und mit einem Schwimmerschalter und akkustischem Alarm versehen. Leider musste dazu auch noch ein neuer dickerer und sehr widerspenstiger Schlauch für die Pumpe durch das halbe Schiff verlegt werden.
Ein großer Wechselrichter fand auch seinen Weg ins Boot, was eine Erneuerung des Batterie-Mess-Shunt nach sich zog da der alte zu klein war. Die 220V Stromkreise wurden durch einen Wechselschalter so von einander getrennt das Landstrom und Wechselrichter nie in Kontakt kommen können und die Ladegeräte nur bei Landstrom angesteuert werden.
Und viel viel Kleinkram wie, Halter für den Kindersitz, 220V Steckdosen in den Badezimmern, Halterung Lifeline rechts und links, suche nach einem Platz für den Wassermacher (gar nicht so einfach das Ding zu verstecken und trotzdem dran zukommen), ....
15.+16.11.2014
Wir besuchen ein 2-tägiges Isaf-Training in Dormagen.
Am ersten Tag gibt es ganz viel Theorie zum Thema Sicherhei,t Sicherheitssysteme und SAR auf Booten. Leider stellen wir für uns dabei fest,, das unser geplantes Mann-Über-Bord-Warnsystem ohne ein paar Softwareupdates unserer Geräte nicht so funktionieren wird, wie es soll.
Desweiteren wird die Packliste der Grabbag für die Rettungsinsel um ein paar Punkte erweitert.
Dann gibt es eine erste Einweisung in die Rettungswesten, mit denen es am nächsten Tag erst ins Wasser und dann in die Rettungsinsel gehen soll.
 
Am zweiten Tag geht es dann wie geplant ins Wasser. Dazu ziehen alle Segelbekleidung und Ölzeug an. Über das ganze kommt dann noch ein Überlebensanzug und darüber dann die Rettungsweste. Man fühlt sich dann wie Wurst in Pelle und ist dank der Handschuhe auch fast handlungsunfähig.
Sieht dann so aus:
Dann gehen alle ins Wasser und bilden ein Kette, damit bei schwerem Wetter alle zusammen bleiben.

Mit 4 Erwachsenen in eine 4 Personen Rettungsinsel! Die ist dann auch wirklich wirklich voll!!

Die Beine die da noch rausgucken, gehören zu Alex, die als 4. Person quer in der Insel liegt.      Ihr erster Versuch allein in die Insel zu kommen ist gescheitert, sodass wir sie dann zu zweit rein gezogen haben. Wie das bei richtig schwerem Wetter funktionieren soll, werden wir hoffentlich nicht erleben. Man muß allerdings wirklich sagen, das die Überlebensanzüge einen wirklich sehr stark einschränken und man mit den Handschuhen die Rettungswesten nicht bedienen kann. Aber dafür war der Teich auch im Gegenzug spiegelglatt!
November 2014 - Januar 2015
Den größten Teil der Zeit verbringe ich in der “Weihnachtsnäherei. Hier entstehen in der Zeit
aus dem nichts ein komplett neues Bimini. Die Sprayhood wird auf der Vorlage der alten Sprayhood auch komplett erneuert. Mitte Januar werden Bimini und Sprayhood zum ersten Mal aufgezogen und danach noch ein paar Kleinigkeiten nachgearbeitet. Anfang Februar ist dann alles endgültig fertig.
Bimini im Zuschnitt
Bimini wird auf dem Gestänge angepasst
Bimini und neu Sprayhood fertig montiert
Die dritte Januarwoche ist recht stressig.
Montags bin ich auf der “Boot” und kläre die letzten Fragen zur Sicherheitsausrüstung (Mann über Bord System). Wir entscheiden uns für einen auf der Messe neu vorgestellten  AIS-DSC-MOB, der in die Schwimmwesten integriert wird. Damit das alles richtig funktioniert, muss unser alter AIS-Empfänger kurzfristig noch einem neuen Nema-fähigem Gerät weichen. Um die Sache mit dem AIS rund zu machen, wird es dann auch gleich ein AIS-Sender und Empfänger. Damit würde im MOB-Fall (wir werden alles tun damit er nie eintritt!!), der AIS- Alarm am Funkgerät, am AIS-Empfänger und am Plotter mit Position ausgelöst. Gleichzeitig kommt noch ein DSC-Notruf (mit Position) auf unser UKW-Funkgerät, der nach 5 min. in einen offenen DCS-Alarm an alle Schiffe in Reichweite übergeht.
Mittwoch folgt der 5. Geburtstag unserer Tochter, der mit 4 Freundinnen aus dem Kindergarten gefeiert wird. Es wird ein wieder erwartend völlig entspannter Nachmittag.
Donnerstag und Freitag Auto packen und am Freitagmittag geht es für eine Woche zum Skifahren.
Februar 2015
Die ersten auf der Boot bestellten Geräte sind eingetroffen und suchen zusammen mit dem neuen Plotter und der Radar-Tochter-Anzeige einen Platz in der Steuersäule. Leider war der Hersteller unseres Bootes nicht der Meinung, daß man soviel Kram in der Steuersäule braucht und hat natürlich auch keinen Platz dafür eingeplant. Die Lösung ist ein sogenannter Pod, den ich an der Steuersäule befestigt habe. Zusammen mit dem Plotter wandern die alten Instrumente in den Pod. Es müssen natürlich alle Kabel verlängert werden. Danach ist dann auch genug Platz für die Radar-Tochter-Anzeige entstanden. Auch der AIS-TRX ist unter Deck eingebaut und alle Anschlußkabel finden nach und nach Ihren Gegenpart. Jetzt nur noch schnell programmieren und fertig! (So sagt zumindest der Hersteller, wir werden sehen.)

Der Pod thront auf der Steuersäule

März und April 2015
Anfang März tut sich eine neue und ungeplante Baustelle auf!
Das seit über einem Jahr in der Garage lagernde Ruderblatt wird angeschliffen und soll mit neuem Antifouling gestrichen werden.
Dazu wird das alte Antifouling komplett entfernt und dann Copperboat aufgetragen. Doch was ist das? Das Copperboat hält am Ruder am Austritt der Welle nicht richtig. Es tritt Wasser aus dem Ruder aus. Nach Beratung mit einem Bekannten und einer Probebohrung in einer Werft steht schnell fest, dass am Übergang Welle - Ruderblatt Wasser in das Ruder eingetreten ist.
Das Angebot der Werft ist nicht nach meiner Vorstellung, und wir entschließen uns das Ruder
selber zu sanieren.
Dazu wird das Ruder erst komplett abgeschliffen und auf einer Seite aufgeschnitten. Dann wird der gesamte Schaum entfernt, der auch recht feucht bis nass ist. Die gute Nachricht, das GFK selber ist nicht nass und nicht geschädigt. Die Welle wird komplett entfernt und das leere Ruder einige Tage getrocknet.
Dann alles rückwärts, die Welle kommt wieder in das Ruderblatt und wird einlaminiert. Als nächstes wird ein Schaumharz eingefüllt und der ausgeschnittene Deckel aufgelegt und so fixiert, dass er vom Schaum nicht angehoben werden kann. Nachdem der herausgequollene Schaum beigeschliffen ist wird der Deckel mit ein paar schmalen Streifen Glasfasermatte einlaminiert und dann das gesamte Ruder mit 6 Lagen Glasfasermatte überlaminiert. Alles noch mal spachteln und schleifen und Grundierung darauf, Coppercoat darauf (da waren wir doch schon einmal) und schon ist das Ruder wieder fertig.
Die Reparatur zieht sich mit Trockenzeiten und ständigem Zuheizen (Tempern,) Garage für den jeweiligen Arbeitsgang vorbereiten... über ca. 6 Wochen und 55 Arbeitsstunden hin.
Mal eben halt!

Garage und Ruder sind vorbereitet für den ersten Akt!

Das alte Gelcoat ist runter

Der alte Schaum wird entfernt

Die Welle ist raus und altes Dickharz am Austritt der Welle entfernt

Aufgeschnitten

Das alte Laminat der Welle ist freigelegt

Hier ist die Welle schon wieder einlaminiert und das Laminat mit Abreissgewebe abgedeckt
Das fertige Ruder mit Copperboat auf seiner rollbaren “Arbeitsbühne”, drehbar um beide Seite gut zu erreichen.
Weitere Fotos vom Zusammenbau gibt es leider nicht. Entweder hatte ich keine Zeit (Lust) für Fotos oder war trotz Schutzkleidung zu verklebt, um noch etwas anzufassen.
Nebenbei stellt sich heraus, dass die Radartochteranzeige nicht mit dem Master spricht,
weil der nicht sprechen kann. Nach längerem Suchen findet sich aber dann im Netz noch ein
sprechender Master.
Desweiteren wird der Rumpf von ein paar Macken befreit (sind ja vom Ruder im Training mit der Schleiferei) und ein Leinenschneider vor dem Propeller installiert.
Die neuen Feuerlöscher finden nach und nach Ihre Plätze, der Windpilot kommt aufs Heck
und und und...
Mai 2015
Endspurt!! Alles was noch nicht fertig ist muss fertig werden! Viel Kleinkram wird erledigt. Ölwechsel am Motor und Getriebe. Restarbeiten die bei eigentlich schon abgeschlossenen Arbeiten noch über geblieben sind. Schräubchen hier, Gewinde da, Käbelchen dort und nochmal reichlich Kabelbinder für alle was noch zu labberig erscheint.
Dann Kranung Motor warmlaufen lassen und dann Arbeiten die erst im Wasser möglich sind.
Dazu gehört der Einbau eines Hochleistungsreglers für die Lichtmaschine und die Einstellung des Kühlwasserwächters. Alle Borddurchlässe werden auf Dichtigkeit geprüft...
 
Dann kommt das große Aufräumen. Fast einen Tag sitze ich auf dem Steg und sortiere, welches Werkzeug und Ersatzteile gehen mit auf die Reise, welche nicht. Alles was mitgeht wird in Sortierkisten verpackt und danach in der Bilge verstaut. Der Rest wird in der heimischen Garage auf einem kontinuirlich wachsendem Berg abgeladen. Wer das wann sortiert??